BILDANALYSE:
Das großformatige Gemälde „mahan“ (2010) ist eine faszinierende
expressionistische Komposition, die die künstlerische Zusammenarbeit von vier
etablierten Künstlern dokumentiert. Das Werk vereint unterschiedliche künstlerische
Handschriften zu einer kohärenten, kraftvollen Gesamtkomposition.
ZENTRALE MOTIVE:
Das Gemälde wird dominiert von einem mystischen weißen Einhorn mit lebendiger Mähne,
das zentral in der Bildmitte platziert ist. Das Einhorn verkörpert Kraft, Phantasie
und künstlerische Freiheit – eine perfekte Metapher für das Kollaborationsprojekt
selbst.
FARBKOMPOSITION:
Die Farbpalette ist bewusst explosiv und emotional aufgeladen:
– Intensive Blau- und Violetttöne bilden den Hintergrund
– Leuchtende Orange- und Grüntöne schaffen Kontraste
– Die grünen Bäume (von Viktor Lau) geben Struktur und Tiefe
– Rote Akzente verstärken die emotionale Intensität
FIGURALE ELEMENTE:
Das Werk zeigt mehrere menschliche Figuren, die das Geschehen beobachten oder zu
feiern scheinen. Diese Figuren sind teils figürlich klar erkennbar, teils in
abstrakten Farbfeldern aufgelöst – ein charakteristisches Merkmal der
expressionistischen Arbeitsweise.
MALSTIL UND TECHNIK:
Der Malstil ist spontan und emotional, mit deutlich sichtbaren Pinselspuren.
Die pastose Farbauftragung verleiht dem Werk eine kraftvolle Präsenz und
Oberflächentextur, die auch beim direkten Betrachten wirksam wird.
Die Kombination von figürlichen und abstrakten Elementen schafft Spannung
und Bewegung innerhalb der Komposition.
KÜNSTLERISCHES KONZEPT:
„mahan“ bedeutet „gemeinsam“ – eine perfekte Beschreibung des
Kollaborationsprozesses. Das Werk entstand im Rahmen des gleichnamigen
Kunstprojekts und wurde später 2012 in der Galerie Der Bogen in Rotenburg
ausgestellt. Jeder Künstler brachte seine eigene künstlerische Sprache ein:
– Ingrid Berg-Pund: Konzeptionelle Gesamtidee und Komposition
– Viktor Lau: Organische Elemente (Kugeln, grüne Bäume)
– Helga Fehre: Figürliche und räumliche Elemente
– Peter Glaßmeyer: [Künstlerischer Schwerpunkt im Werk]
HISTORISCHER KONTEXT:
Dieses Werk ist ein seltenes Beispiel einer erfolgreichen
Vier-Künstler-Kollaboration in der zeitgenössischen Kunstszene.
Die Tatsache, dass vier etablierte Künstler mit unterschiedlichen
künstlerischen Ansätzen zu einem kohärenten Werk zusammenkamen,
macht „mahan“ zu einem außergewöhnlichen Dokument der künstlerischen
Zusammenarbeit.
PROVENIENZINFORMATION:
Das Werk stammt aus der Privatsammlung einer Kunstliebhaberin und wurde
kontinuierlich gepflegt.



